{"id":200,"date":"2018-07-31T11:23:15","date_gmt":"2018-07-31T09:23:15","guid":{"rendered":"https:\/\/roland-werk.de\/blog\/?p=200"},"modified":"2018-07-31T18:39:00","modified_gmt":"2018-07-31T16:39:00","slug":"jakobsweg-mit-dem-fahrrad","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/roland-werk.de\/blog\/jakobsweg-mit-dem-fahrrad\/","title":{"rendered":"Jakobsweg mit dem Fahrrad &#8211; Der Weg eines Pilgers"},"content":{"rendered":"<p><strong><b>\u201eDer Weg ber\u00fchrt jeden, das Ziel ebenso!\u201c<\/b><\/strong><\/p>\n<h2>Auf dem Jakobsweg von St. Jean Pied de Port \u00fcber Pamplona \u2013 Burgos \u2013 Leon bis nach Santiago de Compostela<\/h2>\n<p>Von Klaus Deux<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-231\" src=\"https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Stadtmagazin_17_Seite_04_Bild_0002-300x195.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"195\" srcset=\"https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Stadtmagazin_17_Seite_04_Bild_0002-300x195.jpg 300w, https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Stadtmagazin_17_Seite_04_Bild_0002.jpg 532w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Seit Jahrhunderten zieht es Pilger auf den Weg zum Grab des heiligen Jakobus nach Santiago de Compostela. Der Camino Franc\u00e9s ist die wohl bekannteste Jakobswegroute in Spanien. Sie f\u00fchrt von St. Jean Pied de Port an der spanisch-franz\u00f6sischen Grenze \u00fcber die Pyren\u00e4en und durch die Weinberge der Rioja, in die einsamen Weiten Kastiliens und durch die gr\u00fcnen Berge und T\u00e4ler Galiziens, bevor nach gut 800 Kilometern Santiago de Compostela mit seiner beeindruckenden Kathedrale erreicht wird. Dabei durchquert die Route verschiedene Regionen und Klimazonen Spaniens.<\/p>\n<p>Im September 2016 durfte ich diese Route gemeinsam mit meiner Frau und einer kleinen Radfahrergruppe fahren. Wir waren auf neuen Wegen unterwegs!<\/p>\n<h3>Die Route<\/h3>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.google.com\/maps\/d\/embed?mid=1lNtYJflLKyUQzwBIbBie6C8Ij2E\" width=\"640\" height=\"480\"><\/iframe><\/p>\n<h3>Der Weg ist das Ziel<\/h3>\n<div class=\"td_text_columns_two_cols\">\n<p>Wir hatten die M\u00f6glichkeit, das einzigartige Zusammenspiel von Kultur und Natur dieses klassischen Jakobswegs mit dem Fahrrad zu erleben. Ber\u00fchmte Sakralbauten, historisch bedeutsame Orte, vielf\u00e4ltige Landschaften und die besondere Jakobsweg-Atmosph\u00e4re sind st\u00e4ndige Begleiter auf der gesamten Strecke. Es ist der Weg an sich, der das eigentliche Ziel bedeutet und nicht der \u00f6rtliche Endpunkt dieser Reise.<\/p>\n<\/div>\n<h3>Mit sich und seinem Leben auf dem Weg<\/h3>\n<div class=\"td_text_columns_two_cols\">\n<p>Auf dem Jakobsweg sind st\u00e4ndig viele Pilger unterwegs. Menschen, die wir unterwegs getroffen haben, pilgern aus religi\u00f6sen oder spirituellen Gr\u00fcnden, sie sind auf der Suche nach sich selbst. Man trifft aber auch auf so genannte Genusswanderer, Sinnsuchende, Sportler und Abenteurer. Jeder Pilger ist mit sich und seinem Leben auf dem Weg. Dazu geh\u00f6ren Trauer und Freude, Gelingen und Scheitern, Krisen und Aufbr\u00fcche, Abschied und Neubeginn, also die vielf\u00e4ltigsten Beweggr\u00fcnde.<\/p>\n<\/div>\n<h3>Glauben ist auch Aufbruch<\/h3>\n<div class=\"td_text_columns_two_cols\">\n<p>Nicht alle beginnen als Pilger, aber viele werden im Laufe des Weges dazu. Pilgern ist im christlichen Verst\u00e4ndnis nicht eine nette Methode der meditativen Besinnung, sondern eine Grundhaltung christlichen Glaubens. Glauben hat ja auch in der Heiligen Schrift immer etwas mit Aufbruch zu tun. \u201eGehet hin im Frieden\u201c, sagen wir beim Segen. Im Christentum geht es dabei somit nie allein um Selbstfindung, sondern immer um die Begegnung mit Gott, aber mit Gott in der Welt. Das war f\u00fcr mich auch das Sch\u00f6nste auf der ganzen Reise, denn Gott war an jedem Punkt und an jedem Ort f\u00fcr mich pr\u00e4sent. Es macht einem klar, dass unser Leben ein Pilgerweg ist.<\/p>\n<\/div>\n<h3>Konfrontiert mit unterschiedlichsten Wegbeschaffenheiten<\/h3>\n<div class=\"td_text_columns_two_cols\">\n<p>Man muss sich aber auch im Klaren dar\u00fcber sein, dass auf dem Jakobsweg durch das nordspanische Gebirge mehrere teilweise extreme H\u00f6henmeter \u00fcberwunden werden m\u00fcssen. F\u00fcr ein genussvolles Dahinradeln auf ebenem Terrain ist kein Raum, wenn man sich der Unternehmung Jakobsweg stellen will. Der Weg konfrontiert den Radfahrer mit den unterschiedlichsten Wegbeschaffenheiten. Es erwarteten uns breite Forststra\u00dfen, schmale Hohlwege, sandige Pisten, lehmige Spuren, Kieswege, lockeres Ger\u00f6ll, aber auch tolle und wenig befahrene Stra\u00dfen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_219\" aria-describedby=\"caption-attachment-219\" style=\"width: 367px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-219 size-full\" src=\"https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Stadtmagazin_17_Seite_08_Bild_0003.jpg\" alt=\"\" width=\"367\" height=\"317\" srcset=\"https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Stadtmagazin_17_Seite_08_Bild_0003.jpg 367w, https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Stadtmagazin_17_Seite_08_Bild_0003-300x259.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 367px) 100vw, 367px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-219\" class=\"wp-caption-text\">Schotterstra\u00dfen erschweren die Fahrt mit dem Rad<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<h3>Eine Kalebasse? Muss mit!<\/h3>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-217 size-full\" src=\"https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Stadtmagazin_17_Seite_10_Bild_0003.jpg\" alt=\"\" width=\"175\" height=\"239\" \/>Als Wegweiser auf dem Camino dienen gelbe Pfeile, Steins\u00e4ulen, Muschelzeichen et cetera. Und immer wieder Pilgerfiguren, ausgestattet mit Stab und Kalebasse. Die Kalebasse ist ein \u00fcberwiegend zur Aufbewahrung und zum Transport von Fl\u00fcssigkeiten bestimmtes Gef\u00e4\u00df, das aus der ausgeh\u00f6hlten und getrockneten H\u00fclle des Flaschenk\u00fcrbisses, der Kalebasse, hergestellt wird. Daneben dient der ausgeh\u00f6hlte K\u00fcrbis auch als Resonanzk\u00f6rper bei Musikinstrumenten. Es ist ein beliebtes Mitbringsel der Pilger und wird in allen Variationen am Pilgerweg vom Devotionalienhandel als Souvenir angeboten. Warum musste ich denn so ein Ding unbedingt mitnehmen? Liegt es dann bei uns nur herum?<\/p>\n<h3>Perfekt ausger\u00fcstet f\u00fcr\u00b4s Vorankommen<\/h3>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-220 size-medium\" src=\"https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Stadtmagazin_17_Seite_08_Bild_0002-300x235.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"235\" srcset=\"https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Stadtmagazin_17_Seite_08_Bild_0002-300x235.jpg 300w, https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Stadtmagazin_17_Seite_08_Bild_0002.jpg 404w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>F\u00fcr die Fahrt benutzten wir das Touren-E-Bike KALKHOFF Include Premium mit dem leistungsstarken Impulse Evo 250 W Motor und 17 Ah Batterie. F\u00fcr maximale Sicherheit im Stra\u00dfenverkehr sorgt die Kombination aus Shimano Nexus Disc 8-Gang R\u00fccktritt- und hydraulische Scheibenbremse sowie der wartungsarmen Riemenantrieb von Gates. Und am meisten Spa\u00df hatten wir aber am Impulse Evo Smart Display, welches nicht nur ein Bordcomputer ist, sondern mit dem Smartphone auch als Navigationssystem mit Aufzeichnung unserer Daten diente.<\/p>\n<figure id=\"attachment_230\" aria-describedby=\"caption-attachment-230\" style=\"width: 495px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-230 size-full\" src=\"https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Stadtmagazin_17_Seite_05_Bild_0002.jpg\" alt=\"\" width=\"495\" height=\"370\" srcset=\"https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Stadtmagazin_17_Seite_05_Bild_0002.jpg 495w, https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Stadtmagazin_17_Seite_05_Bild_0002-300x224.jpg 300w, https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Stadtmagazin_17_Seite_05_Bild_0002-80x60.jpg 80w, https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Stadtmagazin_17_Seite_05_Bild_0002-265x198.jpg 265w\" sizes=\"(max-width: 495px) 100vw, 495px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-230\" class=\"wp-caption-text\">Ein schickes Herren-Rad am Wegesrand &#8211; F\u00fcr unsere Reise g\u00e4nzlich ungeeignet<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Und los geht\u2018s<\/h3>\n<div class=\"td_text_columns_two_cols\">\n<p>Wir reisen von der franz\u00f6sischen Atlantikk\u00fcste \u00fcber Bayonne und Saint-Jean-Pied-de-Port nach Spanien ein. Der Camino de Frances, mithin die klassische Camino Route, startet f\u00fcr uns im franz\u00f6sischen Pyren\u00e4enort St. Jean Pied de Port. Von dort aufw\u00e4rts bis auf 1424 Meter zum legend\u00e4ren Pyren\u00e4enpass von Ibaneta. In einer herrlichen und teils rasanten Abfahrt \u00fcber Roncesvalles genie\u00dfen wir die Bergszenerie und fahren bis in die City von Pamplona, dem ersten bedeutenderen Ort auf spanischer Seite zu unserem Hotel. Wir haben auch gen\u00fcgend Zeit f\u00fcr eine Stadtbesichtigung.<\/p>\n<\/div>\n<figure id=\"attachment_233\" aria-describedby=\"caption-attachment-233\" style=\"width: 178px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-233\" src=\"https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Stadtmagazin_17_Seite_05_Bild_0001.jpg\" alt=\"\" width=\"178\" height=\"278\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-233\" class=\"wp-caption-text\">Impression am Wegesrand<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Bullrunning \u2013 aber ohne uns!<\/h3>\n<p>Bekannt ist Pamplona auch f\u00fcr das \u201eBullrunning\u201c, dem sie sogar ein imposantes Kunstwerk in der Fu\u00dfg\u00e4ngerzone gewidmet haben. Sechs Kampfstiere sind es, die sich in Begleitung von Ochsen mit bimmelnden Glocken auf eine 850 Meter lange Strecke durch die Altstadtgassen begeben. Jedermann kann sich dann auf den Sprint mit den Kampfstieren einlassen. Gott sei Dank ist eine derartige Veranstaltung nur im Monat Juli eines jeden Jahres zu sehen. Wir mussten uns dieses Spektakel nicht antun.<\/p>\n<h3>Pamplona \u2013 Los Arcos<\/h3>\n<figure id=\"attachment_229\" aria-describedby=\"caption-attachment-229\" style=\"width: 278px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-229\" src=\"https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Stadtmagazin_17_Seite_05_Bild_0003.jpg\" alt=\"\" width=\"278\" height=\"444\" srcset=\"https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Stadtmagazin_17_Seite_05_Bild_0003.jpg 278w, https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Stadtmagazin_17_Seite_05_Bild_0003-188x300.jpg 188w, https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Stadtmagazin_17_Seite_05_Bild_0003-263x420.jpg 263w\" sizes=\"(max-width: 278px) 100vw, 278px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-229\" class=\"wp-caption-text\">Skulpturen von &#8220;Don Quichote&#8221;<\/figcaption><\/figure>\n<p>Auf dem Paradest\u00fcck des Jakobswegs verlassen wir Pamplona auf h\u00fcgeligen Pisten, hinauf einen etwas beschwerlichen Weg zum Alto de Perd\u00f3n, dem Berg der Windr\u00e4der und einer modernen Metallplastik f\u00fcr einen Pilgerzug. Dem Namen nach entschuldigt der \u201eAlto de Perd\u00f3n\u201c sich bei uns schon im Voraus f\u00fcr seinen fiesen, echt strapazi\u00f6sen Aufstieg. Oben vergeben wir ihm, da er uns mit einer gro\u00dfartigen Aussicht und den Skulpturen zu \u201eDon Quichote\u201c vers\u00f6hnt. Danach geht es bergab auf einer sch\u00f6n zu befahrenden Stra\u00dfe, vorbei an Korn- und Sonnenblumenfeldern Richtung Santa Maria Eunate (sch\u00f6ne Kirche) und Puente La Reina.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Kostenlos st\u00e4rkender Wein aus der Klosterkellerei<\/h3>\n<div class=\"td_text_columns_two_cols\">In Puente La Reina haben wir bei herrlichem Foto-Wetter die Gelegenheit, die ber\u00fchmte romanische Pilgerbr\u00fccke (11. Jh.) zu fotografieren. Es ist windstill und durch die Sonneneinstrahlung spiegelt sich die Br\u00fccke herrlich im Wasser. Eines unserer sch\u00f6nsten Fotomotive entsteht. Wir queren einige H\u00fcgelketten und fahren weiter \u00fcber Maneru und Ciraqui, nach Estella. Kurz hinter Estella erreichen wir das Kloster Irache. Hier ist neben der interessanten Klosteranlage auch der Weinbrunnen der Bodega Irache, wo es Pilgern erlaubt ist, sich kostenlos mit dem st\u00e4rkenden Wein der Klosterkellerei zu st\u00e4rken. Wir f\u00fchlen uns wie an der Quelle des Weins. Eine genauso willkommene wie belebende Abwechslung.<\/div>\n<figure id=\"attachment_203\" aria-describedby=\"caption-attachment-203\" style=\"width: 749px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-203 size-full\" src=\"https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Stadtmagazin_17_Seite_12_Bild_0003.jpg\" alt=\"\" width=\"749\" height=\"411\" srcset=\"https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Stadtmagazin_17_Seite_12_Bild_0003.jpg 749w, https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Stadtmagazin_17_Seite_12_Bild_0003-300x165.jpg 300w, https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Stadtmagazin_17_Seite_12_Bild_0003-696x382.jpg 696w\" sizes=\"(max-width: 749px) 100vw, 749px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-203\" class=\"wp-caption-text\">Die romanische Pilgerbr\u00fccke bei besten Wetterverh\u00e4ltnissen<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Norddeutsche Flachlandfahrer&#8230;<\/h3>\n<div class=\"td_text_columns_two_cols\">\n<p>Die Wegbeschaffenheit dieser Etappe wechselt zwischen gepflasterten Stra\u00dfen, Feldwegen bis hin zu brutal ausgewaschenen Pfaden mit riesigen Ger\u00f6llst\u00fccken. Gut, dass wir nicht allzu viel vom leckeren Rotwein getrunken haben! Denn als norddeutsche Flachlandfahrer bekommen wir nun von den Sch\u00f6nheiten der Landschaft auf dem folgenden Streckenabschnitt kaum etwas mit. Wir m\u00fcssen uns auf die Wegbeschaffenheit konzentrieren. Nicht nur bergauf ist es eine echte Herausforderung, auch bergab m\u00fcssen Steilst\u00fccke von \u00fcber 25 Prozent \u00fcberwunden werden. Durch die Weinberge La Riojas geht es schlie\u00dflich weiter, vorbei an idyllischen Ortschaften, bis nach Los Arcos. Jetzt sind wir auch platt wie eine Flunder. Doch wie sagt unser Reiseleiter? \u201eNach jedem Aufstieg wartet zur Belohnung auch wieder eine sch\u00f6ne Abfahrt\u201c. Na gut. Mit dem Bus fahren wir weiter nach Santo Domingo de la Calzada.<\/p>\n<\/div>\n<h3>Santo Domingo de la Calzada \u2013 Burgos<\/h3>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-208 size-medium\" src=\"https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Stadtmagazin_17_Seite_12_Bild_0001-300x224.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"224\" srcset=\"https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Stadtmagazin_17_Seite_12_Bild_0001-300x224.jpg 300w, https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Stadtmagazin_17_Seite_12_Bild_0001-80x60.jpg 80w, https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Stadtmagazin_17_Seite_12_Bild_0001-265x198.jpg 265w, https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Stadtmagazin_17_Seite_12_Bild_0001.jpg 404w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Wir besichtigen die Kathedrale von Santo Domingo de la Calzada. Ein H\u00fchnerk\u00e4fig mit einem lebenden H\u00fchnerpaar, das etwa alle drei Wochen ausgetauscht wird, erinnert an das H\u00fchnerwunder des hl. Domingo, geschehen nach der niedertr\u00e4chtigen Tat einer verliebten Magd. Auch w\u00e4hrend der Messe spaziert, scharrt, gackert und kr\u00e4ht in dem Glaskasten unter dem gotischen Halbbogenzier Hahn und Henne munter umher.<\/p>\n<h3>Was mache ich nur? Urlaub?<\/h3>\n<div class=\"td_text_columns_two_cols\">\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-226 size-medium alignleft\" src=\"https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Stadtmagazin_17_Seite_08_Bild_0001-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Stadtmagazin_17_Seite_08_Bild_0001-300x225.jpg 300w, https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Stadtmagazin_17_Seite_08_Bild_0001-80x60.jpg 80w, https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Stadtmagazin_17_Seite_08_Bild_0001-265x198.jpg 265w, https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Stadtmagazin_17_Seite_08_Bild_0001-559x420.jpg 559w, https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Stadtmagazin_17_Seite_08_Bild_0001.jpg 694w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Ges\u00e4umt von weiten Feldern mit Weinreben schl\u00e4ngelt sich nun der Camino in eine recht anspruchsvolle und h\u00fcgelige Landschaft. Die Szenerien ver\u00e4ndern sich nun deutlich. Wir fahren die Steigungen in den kleinsten G\u00e4ngen und vermeiden dadurch unn\u00f6tige Krafteins\u00e4tze und Stromverbrauch, schlie\u00dflich sind wir Genussradler und keine Leistungssportler. Auf unser KALKHOFF E-Bike blickt so mancher Mitradler neidisch her\u00fcber. Der Schwei\u00df rinnt wie in B\u00e4chen von meiner Stirn. Was mache ich nur? Urlaub?<\/p>\n<\/div>\n<h3>Ehemalige K\u00f6nigsstadt Burgos<\/h3>\n<figure id=\"attachment_206\" aria-describedby=\"caption-attachment-206\" style=\"width: 367px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-206 size-full\" src=\"https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Stadtmagazin_17_Seite_12_Bild_0002.jpg\" alt=\"\" width=\"367\" height=\"301\" srcset=\"https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Stadtmagazin_17_Seite_12_Bild_0002.jpg 367w, https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Stadtmagazin_17_Seite_12_Bild_0002-300x246.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 367px) 100vw, 367px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-206\" class=\"wp-caption-text\">Zwischenstopp in San Juan de Ortega<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Route l\u00e4uft an wirklich beeindruckenden D\u00f6rfern vorbei, ist abwechslungsreich, aber jeder Pausen-Stopp wird jetzt gern und ausgiebig in Anspruch genommen. In San Juan de Ortega, benannt nach dem gleichnamigen Heiligen, machen wir an der Klosterkirche Halt. Wir fahren sodann mit dem Bus weiter zur ehemaligen K\u00f6nigsstadt Burgos, eine der bedeutendsten Pilgerstationen auf dem Jakobsweg. Neben einer Reihe monumentaler Bauwerke ist insbesondere die riesige, zum Weltkulturerbe erkl\u00e4rte Kathedrale sehenswert.<\/p>\n<h3>Burgos \u2013 Carrion de los Condes<\/h3>\n<figure id=\"attachment_204\" aria-describedby=\"caption-attachment-204\" style=\"width: 240px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-204\" src=\"https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Stadtmagazin_17_Seite_13_Bild_0003.jpg\" alt=\"\" width=\"240\" height=\"226\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-204\" class=\"wp-caption-text\">Kathedrale in Burgos<\/figcaption><\/figure>\n<p>Am anderen Morgen geht es weiter durch h\u00fcgelige und weite Landschaften. Bei der Radtour durch die Weiten der kastilischen Hochebene (La Meseta) passieren wir zun\u00e4chst die eindrucksvolle Ruine des gotischen \u201eConvento de San Ant\u00f3n\u201c. Man traut seinen Augen kaum. Der Jakobsweg verl\u00e4uft mitten durch die freistehenden Ruinenb\u00f6gen einer Klosterkirche, einer der kuriosesten Anblicke auf der Pilgerstrecke.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>\u201eKastell Fritz\u201c<\/h3>\n<div class=\"td_text_columns_two_cols\">\n<p>Sp\u00e4ter gelangen wir zum malerischen Dorf Castrojeriz, das von einem alten Castillo \u00fcberragt wird. Spa\u00dfeshalber wird die der Ortschaft alles \u00fcberragende Burgruine \u201eKastell Fritz\u201c genannt. In Castrojeriz lohnt der Blick auf und in die Stiftskirche. \u00dcber ausgedehnte Weidefl\u00e4chen geht es weiter bis in das idyllische Dorf Fr\u00f3mista mit dem historischen Canal de Castilla und der fr\u00fchromanischen Kirche San Martin. Dieses romanische Kleinod z\u00e4hlt zu den sch\u00f6nsten Bauwerken entlang des Jakobsweges. Wie an einer Perlenschnur reihen sich viele stimmungsvolle romanische Kirchen und Kl\u00f6ster entlang des Pilgerweges. Und immer wieder zentnerschwere Storchennester auf den Kirchen.<\/p>\n<\/div>\n<figure id=\"attachment_245\" aria-describedby=\"caption-attachment-245\" style=\"width: 640px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-245\" src=\"https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/640px-Castillo_de_Castrojeriz.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"480\" srcset=\"https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/640px-Castillo_de_Castrojeriz.jpg 640w, https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/640px-Castillo_de_Castrojeriz-300x225.jpg 300w, https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/640px-Castillo_de_Castrojeriz-80x60.jpg 80w, https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/640px-Castillo_de_Castrojeriz-265x198.jpg 265w, https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/640px-Castillo_de_Castrojeriz-560x420.jpg 560w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-245\" class=\"wp-caption-text\">Ausblick auf Castillo de Castrojeriz &#8211; Von Jule_Berlin from Berlin, Germany &#8211; [1], CC BY 2.0, https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=4717223<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Pilger nur mit Stempel<\/h3>\n<div class=\"td_text_columns_two_cols\">\n<p>Wir treffen immer wieder auf kleine Alleen mit Walnussb\u00e4umen. Unterwegs treffen wir ein junges, nettes holl\u00e4ndisches Ehepaar. Beide haben ihre Treckingr\u00e4der vorne und hinten schwer bepackt. Sie sind bereits seit acht Wochen aus Holland kommend unterwegs. Immer wieder sehen wir die Beiden auf unseren Stationen lachend und gut gelaunt \u2013 trotz der Strapazen! Schlie\u00dflich radeln wir noch ein St\u00fcck bis nach Carri\u00f3n de los Condes. Eine unserer ersten T\u00e4tigkeiten ist auch hier wieder den Stempel f\u00fcr unseren Pilgerausweis abzuholen. Nur mit Stempel sind wir auch Pilger!<\/p>\n<\/div>\n<h3>Carrion de los Condes \u2013 Leon<\/h3>\n<div class=\"td_text_columns_two_cols\">Der Jakobsweg f\u00fchrt uns heute zun\u00e4chst bis nach Sahag\u00fan. In dieser historischen Kleinstadt lassen sich einige hervorragende Beispiele der mudejaren Ziegelarchitektur besichtigen. Landschaftlich abwechslungsreich geht es durch kleine Kiefer-Alleen und weite, von Landwirten genutzte Felder. In dem kleinen Dorf Boadilla del Camino entdecken wir auf dem Marktplatz eine \u201eRollo jurisdiccional\u201c, eine sp\u00e4tgotische Gerichtss\u00e4ule aus dem 14. Jahrhundert, deren reiche Verzierung sich \u00fcberwiegend auf den Apostel Jakobus bezieht. Der Rollo war in Kastilien Symbol richterlicher Gewalt, Gerichts- und Vollstreckungsort. Zum Ausf\u00fchren der gef\u00e4llten Urteile wurden die Verurteilten an die S\u00e4ule gebunden.<\/div>\n<figure id=\"attachment_246\" aria-describedby=\"caption-attachment-246\" style=\"width: 675px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-246\" src=\"https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/675px-La_Iglesia_de_Nuestra_Sen\u0303ora_de_la_Asuncio\u0301n_-_Boadilla_del_Camino.jpeg\" alt=\"\" width=\"675\" height=\"900\" srcset=\"https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/675px-La_Iglesia_de_Nuestra_Sen\u0303ora_de_la_Asuncio\u0301n_-_Boadilla_del_Camino.jpeg 675w, https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/675px-La_Iglesia_de_Nuestra_Sen\u0303ora_de_la_Asuncio\u0301n_-_Boadilla_del_Camino-225x300.jpeg 225w, https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/675px-La_Iglesia_de_Nuestra_Sen\u0303ora_de_la_Asuncio\u0301n_-_Boadilla_del_Camino-315x420.jpeg 315w\" sizes=\"(max-width: 675px) 100vw, 675px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-246\" class=\"wp-caption-text\">Sp\u00e4tgotische Gerichtss\u00e4ule in Boadilla del Camino &#8211; Von Davidh820 &#8211; Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0 es, https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=21696700<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Zweifelhafte Wellness<\/h3>\n<figure id=\"attachment_212\" aria-describedby=\"caption-attachment-212\" style=\"width: 377px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-212\" src=\"https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Stadtmagazin_17_Seite_11_Bild_0002.jpg\" alt=\"\" width=\"377\" height=\"417\" srcset=\"https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Stadtmagazin_17_Seite_11_Bild_0002.jpg 377w, https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Stadtmagazin_17_Seite_11_Bild_0002-271x300.jpg 271w\" sizes=\"(max-width: 377px) 100vw, 377px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-212\" class=\"wp-caption-text\">Schuhe stehen aufgereiht vor der Herberge<\/figcaption><\/figure>\n<p>In diesem Ort treffen wir auch auf eine sehr gute Pilgerherberge \u2013 die hier \u00fcberall \u201eRefugios\u201c und \u201eAlbergue\u201c genannt werden \u2013 mit nettem Restaurant und kleinem Schwimmbecken. Einige Pilger halten ihre kaputten F\u00fc\u00dfe in das Becken und tauchen in das mit Bakterien \u00fcbers\u00e4te Wasser ein. Mir stehen die Haare zu Berge! Im Hof haben die Pilger die M\u00f6glichkeit, ihre W\u00e4sche zum Trocknen aufzuh\u00e4ngen. Schuhe stehen wie \u00fcberall in den Herbergen drau\u00dfen vor der T\u00fcr auf einem Balken.<\/p>\n<h3>Fabelhafte Kunst und Architektur<\/h3>\n<p>\u00dcber Sahag\u00fan fahren wir bis Bercianos del Real Camino. Weiter bis El Burgo Ranero (\u201eLehmpilgerhaus\u201c) und der anschlie\u00dfenden Weiterfahrt mit dem Begleitbus nach L\u00e9on zu unserer \u00dcbernachtungsst\u00e4tte. Noch am fr\u00fchen Abend werden wir von einem Stadtf\u00fchrer in Leon begr\u00fc\u00dft. Der ehemalige K\u00f6nigssitz ist f\u00fcr seine pr\u00e4chtige Kathedrale im gotischen Baustil und die reich ausgemalte K\u00f6nigsgrablege in der Basilika San Isidoro bekannt. Wir besichtigen die Kathedrale, den Gaudi-Palast und die sch\u00f6ne Altstadt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_248\" aria-describedby=\"caption-attachment-248\" style=\"width: 367px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-248\" src=\"https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/367px-Leon_cathedral_facade_inverted_perspective.jpg\" alt=\"\" width=\"367\" height=\"479\" srcset=\"https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/367px-Leon_cathedral_facade_inverted_perspective.jpg 367w, https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/367px-Leon_cathedral_facade_inverted_perspective-230x300.jpg 230w, https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/367px-Leon_cathedral_facade_inverted_perspective-322x420.jpg 322w\" sizes=\"(max-width: 367px) 100vw, 367px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-248\" class=\"wp-caption-text\">Fassade mit Dreiportalanlage &#8211; Von Alessio Damato &#8211; Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=1988705<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Leon \u2013 K\u00f6nigsetappe \u2013 Ponferrada<\/h3>\n<div class=\"td_text_columns_two_cols\">\n<p>Wir verlassen die braune Hochebene Kastiliens und fahren ins gr\u00fcne H\u00fcgelland Galiziens. Fr\u00fch morgens werden wir mit dem Begleitbus von Leon \u00fcber Hospital de Orbigo nach Astorga gebracht. In Hospital de Orbigo betreten wir die gut erhaltene R\u00f6merbr\u00fccke \u00fcber den Orbigo. Sie ist mit ihren 24 B\u00f6gen und Kurven extrem lang und ein echter Hingucker. Links daneben ist ein Areal f\u00fcr mittelalterliche Reiterspiele. In Astorga nehmen wir uns die Zeit f\u00fcr einen Blick auf die wuchtige Stadtmauer, die Kathedrale und den Gaudi-Bischofspalast, ein Meisterwerk des ber\u00fchmten Architekten Antoni Gaudi (1852-1926).<\/p>\n<\/div>\n<figure id=\"attachment_249\" aria-describedby=\"caption-attachment-249\" style=\"width: 640px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-249\" src=\"https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/640px-Puente_del_Paso_Honroso_en_Hospital_de_Orbigo.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"480\" srcset=\"https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/640px-Puente_del_Paso_Honroso_en_Hospital_de_Orbigo.jpg 640w, https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/640px-Puente_del_Paso_Honroso_en_Hospital_de_Orbigo-300x225.jpg 300w, https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/640px-Puente_del_Paso_Honroso_en_Hospital_de_Orbigo-80x60.jpg 80w, https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/640px-Puente_del_Paso_Honroso_en_Hospital_de_Orbigo-265x198.jpg 265w, https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/640px-Puente_del_Paso_Honroso_en_Hospital_de_Orbigo-560x420.jpg 560w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-249\" class=\"wp-caption-text\">Mittelalterliche Br\u00fccke von Puente de \u00d3rbigo &#8211; Von Jule_Berlin from Berlin, Germany &#8211; Hospital de Orbigo, CC BY 2.0, https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=4748757<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Helden am Berg<\/h3>\n<div class=\"td_text_columns_two_cols\">\n<p>Dann geht es auf ruhigen Stra\u00dfen nach Rabanal del Camino und weiter mit nicht zu untersch\u00e4tzenden Anstiegen: das 1500 m hoch stehende Cruz de Ferro ist der h\u00f6chste Punkt des Camino Franc\u00e9s. Es ist schattenlos und bei 45\u00b0 Grad Hitze f\u00fchlen wir uns wie auf einem Pilgergrill. Die Kehren dem Berg hoch waren schon eine Herausforderung. Panoramapause und schnell noch einige \u201eSiegerfotos\u201c von uns Helden am Berg. Das Cruz de Ferro ist ein schlichtes Eisenkreuz auf einem d\u00fcrren Baumstamm, umgeben von unz\u00e4hlig vielen Steinen.<\/p>\n<\/div>\n<figure id=\"attachment_223\" aria-describedby=\"caption-attachment-223\" style=\"width: 788px\" class=\"wp-caption alignnone center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-223 size-full\" src=\"https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Stadtmagazin_17_Seite_09_Bild_0001.jpg\" alt=\"\" width=\"788\" height=\"554\" srcset=\"https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Stadtmagazin_17_Seite_09_Bild_0001.jpg 788w, https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Stadtmagazin_17_Seite_09_Bild_0001-300x211.jpg 300w, https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Stadtmagazin_17_Seite_09_Bild_0001-768x540.jpg 768w, https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Stadtmagazin_17_Seite_09_Bild_0001-100x70.jpg 100w, https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Stadtmagazin_17_Seite_09_Bild_0001-696x489.jpg 696w, https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Stadtmagazin_17_Seite_09_Bild_0001-597x420.jpg 597w\" sizes=\"(max-width: 788px) 100vw, 788px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-223\" class=\"wp-caption-text\">Ein &#8220;Heldenfoto&#8221; nach der anstrengenden Fahrt auf den Berg<\/figcaption><\/figure>\n<h2>Ein Stein von zu Hause<\/h2>\n<figure id=\"attachment_251\" aria-describedby=\"caption-attachment-251\" style=\"width: 225px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-251\" src=\"https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/360px-Eisernes_Kreuz_Cruz_de_Ferro-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/360px-Eisernes_Kreuz_Cruz_de_Ferro-225x300.jpg 225w, https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/360px-Eisernes_Kreuz_Cruz_de_Ferro-315x420.jpg 315w, https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/360px-Eisernes_Kreuz_Cruz_de_Ferro.jpg 360w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-251\" class=\"wp-caption-text\">Cruz de Ferro &#8211; CC BY-SA 3.0, https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=1466506<\/figcaption><\/figure>\n<p>Dieser Ort ist einer der symboltr\u00e4chtigsten und magischsten Pl\u00e4tze am Camino. Als Pilger sollte man einen Stein von daheim mitbringen und ihn hier am Cruz de Ferro ablegen, damit soll eine schwere seelische Last symbolisch abgelegt werden. Schon seit dem Mittelalter ist dieser Brauch bekannt. Viele W\u00fcnsche, viele Sorgen und viel Kummer auf einem kleinen Platz. Auch ich habe einen Stein von daheim mitgebracht.<\/p>\n<h2>Zur Belohnung eine rasante Abfahrt<\/h2>\n<p>Von hier haben wir aber auch einen herrlichen Ausblick \u00fcber die galicischen Berge. Als Belohnung f\u00fcr den ungem\u00fctlichen Anstieg folgt sodann eine lange und wieder rasante Abfahrt. Es geht durch viele Kurven 960 H\u00f6henmeter abw\u00e4rts \u00fcber Manjarin, nach Ponferrada. Wir tauchen ab in unseren H\u00f6henrausch und pedalieren anschlie\u00dfend fast beschwingt \u00fcber die welligen und kurvenreichen Ebenen. Diese Abfahrt ist f\u00fcr alle Radler immer wieder ein ganz besonderes Erlebnis. Am Nachmittag erreichen wir die Stadt Ponferrada mit ihrer mittelalterlichen Templerburg.<\/p>\n<h2>Ponferrada \u2013 Sarria\/Portomarin<\/h2>\n<div class=\"td_text_columns_two_cols\">\n<p>Von Ponferrada f\u00fchrt uns der Jakobsweg dann durch das malerische Weinbaugebiet des Bierzo. Lange Schotterabschnitte und stra\u00dfenbegleitende Wanderwege wechseln sich nun ab. Ein kurzer Transfer bringt uns das steile St\u00fcck den O\u00b4Cebreiro-Pass hinauf bis in das ber\u00fchmte \u201eMuseumsdorf\u201c O\u00b4Cebreiro. Besonders interessant im wohl sch\u00f6nsten Dorf auf der gesamten Strecke sind die Pallozas. Die Pallozas sind elliptische H\u00fctten, die vermutlich aus der Keltenzeit stammen. Sie sind strohgedeckt, fenster- und kaminlos (Rauchabzug durch das Strohdach) und boten Raum f\u00fcr Tier und Mensch.<\/p>\n<figure id=\"attachment_253\" aria-describedby=\"caption-attachment-253\" style=\"width: 640px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-253 size-full\" src=\"https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/640px-Palloza_en_O_Cebreiro_Lugo.jpeg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"480\" srcset=\"https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/640px-Palloza_en_O_Cebreiro_Lugo.jpeg 640w, https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/640px-Palloza_en_O_Cebreiro_Lugo-300x225.jpeg 300w, https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/640px-Palloza_en_O_Cebreiro_Lugo-80x60.jpeg 80w, https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/640px-Palloza_en_O_Cebreiro_Lugo-265x198.jpeg 265w, https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/640px-Palloza_en_O_Cebreiro_Lugo-560x420.jpeg 560w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-253\" class=\"wp-caption-text\">By SanchoPanzaXXI &#8211; Own work, CC BY-SA 3.0, https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=2700536<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<h2>Das Hostienwunder<\/h2>\n<div class=\"td_text_columns_two_cols\">\n<p>Wir besuchen die dortige Kirche Iglesia Santa Maria, die \u00e4lteste Pilgerkirche am Jakobsweg, mit dem Wunder von O\u00b4Cebreiro. Ber\u00fchmt durch ein Hostienwunder, das sich im Jahr 1300 hier zugetragen haben soll: Ein frommer Bauer kommt trotz Schneesturm den Berg hinauf zur heiligen Messe, die ein an Gott zweifelnder M\u00f6nch zelebriert. Er macht sich insgeheim lustig \u00fcber den Bauern, da sonst kein Gottesdienstbesucher gekommen ist und er darum die Messe auch nicht lesen wollte. W\u00e4hrend der Eucharistie wandelt sich jedoch tats\u00e4chlich Brot und Wein in Fleisch und Blut Christi, worauf der M\u00f6nch ein f\u00fcr alle Mal von Zynismus und Spott geheilt ist. Kelch und Hostie sind aus diesem Grund Teil des Wappens von Galizien.<\/p>\n<\/div>\n<h2>Bald am Ziel<\/h2>\n<div class=\"td_text_columns_two_cols\">\n<p>Mit einem herrlichen Ausblick \u00fcber die galizischen Berge radeln wir anschlie\u00dfend weiter \u00fcber den Cebreiro-Pass bergab bis in den kleinen Ort Triacastela und weiter die sch\u00f6ne Route nach Monasterio de Samos zum Kloster San Julian, welches auch zu besichtigen ist. Auf ruhigen Nebenstra\u00dfen radeln wir durch eine typische galizische Landschaft mit sanften H\u00fcgeln, saftigen Wiesen und verschlafenen D\u00f6rfern bis in die Pilgerstadt Sarria\/Portomarin zur letzten \u00dcbernachtung vor unserem gro\u00dfen Ziel.<\/p>\n<\/div>\n<h2>Kunstvoll gestaltete Getreidespeicher<\/h2>\n<p>Unterwegs begegnen wir immer wieder mal die auf Stelzen stehenden typischen Kornspeicher Galiziens. Sie werden H\u00f3rreo\u2019s genannt. Es sind kunstvoll gestaltete \u201eGetreidespeicher\u201c, die in vielen Ortschaften in Galizien zu bewundern sind. Sie dienen als Kornspeicher und sind luftdurchl\u00e4ssig, um bei dem feuchten Klima das Getreide vor Schimmel zu sch\u00fctzen. Die Aufstellung auf den Plattformen dient zur Abwehr der M\u00e4use.<\/p>\n<figure id=\"attachment_254\" aria-describedby=\"caption-attachment-254\" style=\"width: 640px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-254\" src=\"https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/640px-Horrero.jpeg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"480\" srcset=\"https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/640px-Horrero.jpeg 640w, https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/640px-Horrero-300x225.jpeg 300w, https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/640px-Horrero-80x60.jpeg 80w, https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/640px-Horrero-265x198.jpeg 265w, https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/640px-Horrero-560x420.jpeg 560w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-254\" class=\"wp-caption-text\">Die Autorenschaft wurde nicht in einer maschinell lesbaren Form angegeben. Es wird angenommen, dass es sich um ein eigenes Werk handelt (basierend auf den Rechteinhaber-Angaben)., CC BY-SA 2.5, https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=1110046<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong><b>Sarria\/Portomarin \u2013 Santiago<\/b><\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_255\" aria-describedby=\"caption-attachment-255\" style=\"width: 305px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-255\" src=\"https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/305px-Catedral_de_Santiago_de_Compostela_2010.jpg\" alt=\"\" width=\"305\" height=\"479\" srcset=\"https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/305px-Catedral_de_Santiago_de_Compostela_2010.jpg 305w, https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/305px-Catedral_de_Santiago_de_Compostela_2010-191x300.jpg 191w, https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/305px-Catedral_de_Santiago_de_Compostela_2010-267x420.jpg 267w\" sizes=\"(max-width: 305px) 100vw, 305px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-255\" class=\"wp-caption-text\">Kathedrale von Santiago de Compostela &#8211; Von slideshow bob &#8211; Flickr.com, CC BY-SA 2.0, https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=14934482<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die finale Etappe f\u00fchrt uns leicht bergauf und bergab, durch eine kleinteilige Weidelandschaft und duftende Eukalyptushaine dem Ziel aller Pilger entgegen, die hier unterwegs sind. Trotz der Stadtn\u00e4he bestimmt Armut das Leben auf dem Land und in den Ortschaften. Bei Melide gehen wir das letzte St\u00fcck nach Santiago an. Von der kleinen aber lang gezogenen Erhebung des Monte do Gozo (Berg der Freude) k\u00f6nnen wir das erste Mal die ber\u00fchmte Kathedrale von Santiago de Compostela erblicken.<\/p>\n<p><strong><b>Emotionale N\u00e4he<\/b><\/strong><\/p>\n<p>Er wird als Ort gro\u00dfer emotionaler Ergriffenheit unter den Pilgern beschrieben, denn jetzt sind es nur noch circa zehn Kilomter bis wir unser anspruchsvolles Ziel erreicht haben. Zwei jubelnde Pilgerstatuen blicken mit erhobenen Armen Richtung Santiago. Ein Fotostopp ist hier Pflicht. Auf dem Monte do Gozo erinnert ein Denkmal an den Besuch von Papst Johannes Paul II im Jahr 1982 (Weltjugendtag) und setzt ihn mit der Wallfahrt des heiligen Franziskus in Beziehung.<\/p>\n<p><strong><b>Santiago &#8211; <\/b><\/strong><strong><b>Wir fallen uns in die Arme<\/b><\/strong><\/p>\n<div class=\"td_text_columns_two_cols\">\n<p>Ganz am Ende Santiago de Compostela, das Sehnsuchtsziel: Endlich hat man sie erreicht, die grandiose Pilgerstadt, heute Kulturdenkmal der Menschheit. Es ist eigenartig, denn seit die Grenze Galiziens \u00fcberschritten ist und das Ende der weiten Reise von Kilometer zu Kilometer n\u00e4her r\u00fcckt, klammert die Phantasie sich nur noch an das Ankommen \u2013 beinahe achtlos bringt man das letzte St\u00fcck hinter sich, so sehr nimmt einen die Spannung auf das lang ersehnte Ziel gefangen.<\/p>\n<\/div>\n<p><strong><b>K\u00fchnste Erwartungen werden \u00fcbertroffen<\/b><\/strong><\/p>\n<div class=\"td_text_columns_two_cols\">\n<p>Und tats\u00e4chlich, die Ankunft ist etwas ganz Besonderes und \u00fcbertrifft mit seiner unvergleichlichen Atmosph\u00e4re unsere k\u00fchnsten Erwartungen. Wir fallen uns in die Arme, auch mit Menschen, die wir vorher nicht kannten. Tr\u00e4nen sind hier, egal ob aus Freude oder Ersch\u00f6pfung, an der Tagesordnung. Man freut sich mit jedem, der ankommt und es geschafft hat, jeder mit seiner ganz eigenen Geschichte. Vor der Kathedrale singen wir gemeinsam: \u201eGro\u00dfer Gott, wir loben Dich\u201c. Wow! Alle sind ergriffen. Dieser Weg, egal wie man ihn beschritten hat, ber\u00fchrt jeden. Unser Guide Max stellt sich in die lange Warteschlage vor dem Pilgerb\u00fcro und holt f\u00fcr uns alle eine Compostela, die Pilgerurkunde, ab.<\/p>\n<\/div>\n<p><strong><b>Tr\u00e4nen bei der heiligen Messe<\/b><\/strong><\/p>\n<div class=\"td_text_columns_two_cols\">\n<p>Gemeinsam mit Einheimischen und den vielen Besuchern feiern wir die Heilige Messe in Santiago de Compostela. Jeden Mittag um 12 Uhr finden sich dort Christen und Pilger aus aller Welt zusammen. Die Pilgermesse war so sehr \u00fcberf\u00fcllt, dass die Pilger auf dem Fu\u00dfboden und\/oder auf\u00a0ihren Rucks\u00e4cken sa\u00dfen. Was f\u00fcr ein Bild! Viele junge Menschen sind darunter, and\u00e4chtig versammelt. Dankbar erinnern wir alle uns an das Geschaffte, das Erreichte, an die Ankunft in Compostela: So manche Tr\u00e4ne kullert erneut die Wange hinunter.<\/p>\n<\/div>\n<hr \/>\n<div class=\"td_text_columns_two_cols\">\n<p>Ein bemerkenswerter Abschnitt ihres, unseres Lebens steht vor dem Ende. Die Messe wird in Spanisch abgehalten und es werden feierlich im Rahmen der Messe auch die Anzahl der Peregrinos (Pilger), die heute angekommen sind, nach Herkunftsland und Startort sortiert vorgelesen. Eine junge Nonne mit sehr klarer und reiner Stimme hat w\u00e4hrend der Messe vorgesungen und dabei versucht, alle Pilger zum Mitsingen zu bewegen. Auch wir m\u00fchten uns. Ob das allerdings so gut klang \u2013 wer wei\u00df?<\/p>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><b>Die Kathedrale von Santiago de Compostela<\/b><\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_257\" aria-describedby=\"caption-attachment-257\" style=\"width: 640px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-257\" src=\"https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/640px-Cathedral_square_Santiago_de_Compostela.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"434\" srcset=\"https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/640px-Cathedral_square_Santiago_de_Compostela.jpg 640w, https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/640px-Cathedral_square_Santiago_de_Compostela-300x203.jpg 300w, https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/640px-Cathedral_square_Santiago_de_Compostela-619x420.jpg 619w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-257\" class=\"wp-caption-text\">Nordfassade der Kathedrale &#8211; Von Die Autorenschaft wurde nicht in einer maschinell lesbaren Form angegeben. Es wird NielsB als Autor angenommen (basierend auf den Rechteinhaber-Angaben). &#8211; Die Autorenschaft wurde nicht in einer maschinell lesbaren Form angegeben. Es wird angenommen, dass es sich um ein eigenes Werk handelt (basierend auf den Rechteinhaber-Angaben)., CC BY-SA 3.0, https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=253306<\/figcaption><\/figure>\n<div class=\"td_text_columns_two_cols\">\n<p>Mit dem Kathedralbau wurde bereits 1065\/66\u00a0\u00fcber den Resten einer \u00e4lteren Kirche des 9. Jahrhunderts begonnen. Im Laufe der Zeit sind immer wieder An- und Umbauten vorgenommen worden, sodass prinzipiell alle wichtigen Baustile zu finden sind: Romanik, Altgotik, Gotik, Renaissance, Barock und Klassizismus. \u00dcberw\u00e4ltigt vom Anblick der prunkvollen Sch\u00f6nheit des compostelanischen Domes fallen dem Pilger alle M\u00fche der zur\u00fcckliegenden Pilgerzeit ab. Allein der Besuch der Kathedrale ist an sich schon Grund genug, die Strapazen des Jakobsweges auf sich zu nehmen.<\/p>\n<\/div>\n<p><strong><b>Portal der Herrlichkeit<\/b><\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-205\" src=\"https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Stadtmagazin_17_Seite_13_Bild_0002.jpg\" alt=\"\" width=\"238\" height=\"229\" \/>Da steht man staunend vor dem Haupteingang mit der beeindruckenden, m\u00e4chtigen Renaissance-Treppe des 17. Jahrhunderts, steigt von hier hoch zur Loggia und durchschreitet ehrf\u00fcrchtig den von Meister Mateo im 12. Jahrhundert geschaffenen Portico de la Gloria, das Portal der Herrlichkeit. Dann der Eintritt ins prachtvolle Gotteshaus. Blitzlichter zucken, Wallfahrer treten ein mit geschulterten Rucks\u00e4cken. Es riecht nach Schwei\u00df und Weihrauch. Die reich geschm\u00fcckte Jakobus-Figur ist hinter dem Altar und steht \u00fcber der Gruft, in der die Reliquien des Apostels in einem reich verzierten silbernen Schrein aufbewahrt werden. In langen Schlangen stehen die Pilger an, um \u00fcber eine schmale Treppe hinter dem Retabel zur B\u00fcste des Heiligen Jakobus zu gelangen. Der gl\u00e4ubige Pilger ber\u00fchrt, umfasst oder aber k\u00fcsst die Silberb\u00fcste des Heiligen. Sodann f\u00fchrt der Gang unterhalb des Altares zur Grablege.<\/p>\n<p><strong><b>Schlichtheit und Monumentalit\u00e4t<\/b><\/strong><\/p>\n<div class=\"td_text_columns_two_cols\">\n<p>Das Innere besticht dar\u00fcber hinaus durch die romanische Schlichtheit der Rundb\u00f6gen, den vielen Seitenkapellen mit reich geschm\u00fcckten Alt\u00e4ren und Grabst\u00e4tten mehrerer Heiliger und Bisch\u00f6fe. Im Querschiff wird an Festtagen das ber\u00fchmte monumentale Weihrauchfass, der 50 Kilogramm schwere Botafumeiro geschwenkt. In der 32 Meter hohen Kuppel der dreischiffigen Kirche h\u00e4ngt vom Scheitel der Vierung das Weihrauchfass. Es wird \u00fcber eine Seilkonstruktion von acht M\u00e4nnern in ausladenden Schwingungen quer durch das Kirchschiff geschwenkt.<\/p>\n<\/div>\n<p><strong><b>\u201eKesselschwingen\u201c live <\/b><\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_258\" aria-describedby=\"caption-attachment-258\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-258 size-medium\" src=\"https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/634px-Santiago_Catedral_Botafumeiro-300x227.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"227\" srcset=\"https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/634px-Santiago_Catedral_Botafumeiro-300x227.jpg 300w, https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/634px-Santiago_Catedral_Botafumeiro-80x60.jpg 80w, https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/634px-Santiago_Catedral_Botafumeiro-555x420.jpg 555w, https:\/\/roland-werk.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/634px-Santiago_Catedral_Botafumeiro.jpg 634w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-258\" class=\"wp-caption-text\">Die Botafumeiro &#8211; Von Luis Miguel Bugallo S\u00e1nchez (Lmbuga Commons)(Lmbuga Galipedia) &#8211; Commons., CC BY-SA 3.0, https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=778261<\/figcaption><\/figure>\n<p>Wir hatten Gl\u00fcck dieses ber\u00fchmte &#8220;Kesselschwingen&#8221; live erleben zu d\u00fcrfen. Da ich schon eineinhalb Stunden vor Beginn der Messe in der Kathedrale war, konnte ich f\u00fcr uns eine erste Bankreihe im Querschiff reservieren. Nun hatte ich auch den besten Platz zum Fotografieren. Fr\u00fcher diente die Durchr\u00e4ucherung des mit Pilgern oft \u00fcberf\u00fcllten und stickigen Raumes der Hygiene. Normalerweise erfolgt dieses nur an hohen Gedenktagen, aber wir hatten Gl\u00fcck, dass wir dieses ber\u00fchmte &#8220;Kesselschwingen&#8221; live miterleben durften.<\/p>\n<p><strong><b>Tapas m\u00fcssen sein<\/b><\/strong><\/p>\n<div class=\"td_text_columns_two_cols\">\n<p>Am Nachmittag machen wir einen Stadtbummel und wollen auch die typischen spanischen K\u00f6stlichkeiten genie\u00dfen. Was w\u00e4re Spanien ohne seine Tapas? Wir besuchen eines der besten Tapas-Bars, die uns ein Stadtf\u00fchrer empfohlen hat. Die kleinen feinen H\u00e4ppchen, die in Bars und Bodegas als Snack zwischendurch serviert werden, sind aus der K\u00fcche des Landes nicht wegzudenken! Die Auswahl ist hier so \u00fcppig wie sonst nirgendwo in Santiago. Allerdings scheitert man unweigerlich beim Versuch, alles zu probieren. Wir haben uns Tapas mit Variationen aus Schinken, H\u00e4hnchen, Gem\u00fcse und K\u00e4se geg\u00f6nnt. Dazu einen herrlichen roten Landwein. Buen provecho!<\/p>\n<\/div>\n<p><strong><b>F\u00fcr immer unvergessen<\/b><\/strong><\/p>\n<p>Dann hei\u00dft es Abschied nehmen von dem wohl ersehntesten Punkt unserer Pilgerreise. Ein bemerkenswerter Abschnitt unseres Lebens steht vor dem Ende. Mit dem Bus geht es zur\u00fcck in die Heimat. Ausgestattet mit Erlebnissen und Erinnerungen, die f\u00fcr immer unvergessen sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDer Weg ber\u00fchrt jeden, das Ziel ebenso!\u201c Auf dem Jakobsweg von St. Jean Pied de Port \u00fcber Pamplona \u2013 Burgos \u2013 Leon bis nach Santiago de Compostela Von Klaus Deux Seit Jahrhunderten zieht es Pilger auf den Weg zum Grab des heiligen Jakobus nach Santiago de Compostela. 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