Ruhrtal-Radweg – Von der Quelle bis zur Mündung

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Eisenbahnbrücke im Ruhrtal
Eisenbahnbrücke im Ruhrtal

Kultur pur

230 Kilometer ist der Ruhrtal-Radweg lang. Die Erlebnisfaktoren zwischen der Quelle der Ruhr am Ruhrkopf bei Winterberg (Sauerland) bis zur Mündung in Duisburg-Ruhrort sind einzigartig in Deutschland. Nirgendwo sonst ist eine solche Fülle vielfältigster Kulturerlebnisse auf derart engem Raum zu erfahren. Auf dem Rad sogar im doppelten Sinn.

Natur pur

Die beliebte Flussradroute beginnt im Sauerland, dem Land der 2711 Berge über 400 Meter. Die Mittelgebirgslandschaft bietet jedem Radfahrer eine große Auswahl an Highlights. Über Bergkämme und durch malerische Hügellandschaften, an sage und schreibe 17 Talsperren vorbei, in Höhlen- und Salinenlabyrinthe, zu atemberaubenden Aussichtspunkten, zu historischen Orten und Industriemuseen. Für Sportler ebenso wie für Genussradler, mit Familie und auf behinderten gerechten Strecken.

Radeln für Jedermann

Etwa die Hälfte der gesamten Route sind Radwege, 35 Prozent Wohnstraßen und Wirtschaftswege, während die restlichen 15 Prozent der Strecke entlang von Hauptstraßen führt. Dabei kreuzen sich der Ruhrhöhenweg, der Rundkurs Ruhrgebiet und die Kaiser-Route mit dem Ruhrtal-Radweg.

Platz genug für müde Häupter

Entlang der Route liegen die Städte Winterberg, Olsberg, Bestwig, Meschede, Arnsberg, Wickede, Fröndenberg, Menden (Sauerland) Iserlohn, Schwerte, Dortmund, Herdecke, Wetter, Witten, Bochum, Hattingen, Essen, Mühlheim an der Ruhr, Oberhausen und Duisburg. Hier sind Unterkünfte und Restaurants zahlreich. Campingplätze, Pensionen, Jugendherbergen, Privatzimmer, Hotels bis *****Sterne-Standard und natürlich Radfahrerhotels mit speziellen Services.

Guter Service und gut schlafen – wenn früh genug gebucht

Da gibt es abschließbare Fahrradboxen, und alles erdenkliche Flickzeug und die Adressen zuverlässiger Reparaturwerkstätten. Plus der Möglichkeiten, nasse Kleidung zu trocknen, Lunchpakete für die Weiterfahrt zu erhalten und so weiter. Kurz, alles was ein Radlerherz zufrieden stellt. Um Komplikationen, sprich Auskünften wie „Wir sind leider ausgebucht“ vorzubeugen, sollten alle Unterkünfte früh genug gebucht werden.

Tipp: Der Möhnesee, die flächenmäßig größte Talsperre des Sauerlands, ist auf 40 Kilometern Uferlandschaft ein wahres Eldorado für Bade-, Radler- und Erholungslustige.

Platz genug für attraktive Wassersportarten ist auf dem Biggesee, einem der fünf größten Talsperren der Region.

Bike Arena Sauerland

Im Hinblick auf landschaftliche Attraktivitäten und Erlebniswelten speziell für Radfahrer ist der Blick über den symbolischen Tellerrand des Ruhrtal-Radwegs auf das Radwegenetz der Bike Arena Sauerland ein Muss. 2001 eröffnet umfasst das Netz im östlichen und südlichen Sauerland 40 Strecken auf ungefähr 1700 Kilometern Gesamtlänge. Bei unterschiedlich schwierigen Strecken (leicht bis schwer) sind Mountainbiker, Rennrad-, Trekking- und Cityräderfahrer auf den landschaftlich vielfältigsten Touren alle im eigenen Paradies.

Sauerland-Radring

Nicht weniger spektakulär, jedoch auf eine andere Art ist der landschaftliche flache, 80 Kilometer lange Sauerland-Ring. Hin zu den Stätten einstiger Industrie- und Handwerkskulturen. Diese restaurierten Zeitzeugen und die Ausstellungen in diversen Museen erinnern an eine Welt, die auch ohne Computer und Internet funktionierte. Und das ist noch gar nicht so lange her!

Routen- und Pfeilwegweiser

Mit einem Blick zurück auf den ersten Teil der Route und damit ins Sauerland, muss der Vollständigkeit halber noch erwähnt werden, dass die Region ein beliebter Tummelplatz für Wintersportler ist. Inklusive der Sprungschanze in Willingen.

Wir aber schwingen uns wieder auf die Drahtesel und radeln den lückenlos ausgeschilderten Ruhrtal-Radweg weiter. Was aufgrund der Kombination von Routen- und Pfeilwegweisern ohne GPS-Navigation oder besonderes Kartenmaterial völlig problemlos ist.

Historisches und der Kunstpfad Ruhr

Lauschige Waldwege, breite Uferpromenaden, Industriekultur und mittelalterliche Schlösser; Fachwerkidylle und Hafenwelten von übersichtlich bis gigantisch plus dem „Kunstpfad Ruhr“. 17 Kunstwerke von Nachwuchskünstlern bilden seit 2010 mit Foto- und Videoinstallationen, bunten Konzeptideen, Schaltkonstruktionen oder dem Vexier-Bild „moving bikes“ hinreißende Kontraste zur technischen Dominanz der Industrielandschaft.

Zeitzeugen

Der Ruhrtal-Radweg wurde offiziell am 30. April 2006 eröffnet. Die Tatsache, dass dies in der Zeche Nachtigall in Bommern (Muttental) geschah zeigt die kulturelle Basis dieser Route auf. Bei der die Zeche Zollern II/IV (als erstes Industriedenkmal in Nordrhein-Westfalen) oder die Kokerei Hansa, beide in Dortmund, weitere Ziele sind. Wie selbstverständlich auch die Henrichshütte in Hattingen, das ehemalige Hüttenwerk in Duisburg-Nord, dem heutigen Landschaftspark und der Zeche Zollverein in Essen, als Teil des UNESCO Weltkulturerbes – um nur einige zu nennen.

Industrielles Erbe

Nicht wenige europäische Regionen haben ihre spezifische Industriegeschichte zum schützenswerten Kulturerbe erhoben. So wie in Nordengland, Katalonien oder Chemnitz-Zwickau der Fahrzeug- und Maschinenbau oder in Frankreich und Italien die Textilindustrie so steht die industrielle Entwicklung im Ruhrgebiet ganz im Zeichen des Strukturwandels in der Schwer- und Montanindustrie – deren Architektur und Ingenieurskunst inbegriffen. Auf dem Ruhrtal-Radweg ist man mittendrin in dieser für das Wirtschaftswunder Deutschlands so wichtigen Zeitgeschichte.

Alte Herzogtümer, Stifte und Herrschaften

Da kann man sich sogar wie in einer Zeitmaschine fühlen, denn die früher historischen Orte und Regionen entlang der Route sind so alt, dass Legenden und Sagen an das Treiben dort vor etlichen Jahrhunderten erinnern. Wie die aus der Grafschaft Arnsberg, die vom Herrscher selbst dereinst an das Erzbistum Köln verkauft wurde, weil er ohne Söhne geblieben war. Wie das seine Untertanen fanden, erzählt die Modder Els. Oder die Geschichten aus dem Stift Essen, dem Kern der heutigen Stadt gleichen Namens. Von 845 bis 1803 war das Kloster ein Frauenstift und auch darüber gibt´s viel nachzulesen.

Genuss pur

All das und zahllose Gelegenheiten den jeweils typischen Kulinaria auf die Spur zu kommen versprechen eine solche Fülle vielfältiger Kultur- und damit Genusserlebnisse, wie man sie andernorts in Deutschland nicht finden kann. Einschließlich typischer Getränke, denn der Rhein mit seinen Weinen fließt just um die Ecke zur Mündung der Ruhr, und in Warstein wird Bier gebraut… Was also will man mehr!?

Service-Tipp: Der Sauerland-Express, RE 17, der zwischen Hagen und Warburg bis Kassel-Wilhelmshöhe verkehrt, hat vier Fahrradabteile pro Waggon zur Verfügung. Zusätzlich werden an den Wochenenden ab Dortmund zusätzlich Busse mit Fahrradanhängern eingesetzt. Fahrplan auf ruhrtalradweg.de

 

Eine Tourenkarte finden Sie hier: https://www.ruhrtalradweg.de/Tourenkarte-RuhrtalRadweg

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